So ein Arschloch

Geschrieben am Sunday, 2003, 16.March. @ von borderline

Die Kehrseite der Männer

Ein Knackarsch reckt sich Dir entgegen. Er wölbt sich in der Hose, als hätte sein Besitzer sich mit einem überdimensionalen Apfel ausgestopft. Du willst nur noch eins: Reinbeißen! Und Du weißt, dass man mit dem Ding mehr anstellen kann, als nur drauf sitzen.

Die meisten schwulen Männer haben zu ihrem Hintern eine sehr freundschaftliche Beziehung. Sie hegen und pflegen ihn, weil sie wissen, dass andere Schwule auch drauf stehen. Sie zwängen ihn in knallenge Jeans oder verhüllen ihn geheimnisvoll in wallenden Stoffen wie Christo den Reichstag. Ausgepackt verführen die zwei drallen Backen zum Streicheln, Anpacken, Draufschlagen, Küssen und Lecken.

Und in der Mitte: ein Loch! Neben den bekannten Verrichtungen ist es auch noch für viele andere schöne Dinge geeignet. Das hast Du längst an Dir selbst entdeckt. Irgendwann bist Du mit dem Finger mal drin geblieben und hast das neue Gefühl ziemlich genossen. Dann bist Du auf die Idee gekommen, den Finger nass zu machen, um tiefer reinzukommen. Mutters Nivea hat Dir geholfen oder Vadders Rasierschaum. Bei Deiner Entdeckungsreise rund ums Arschloch verlor der Finger immer mehr an Attraktivität, es musste was anderes her.

Aber Kerzen (brechen), Kochlöffel (zu lang), Bananen (matschen) oder Glühbirnen (splittern) haben im Arsch NICHTS zu suchen. Außerdem sind sie mit einem Mann aus Fleisch und Blut nicht zu vergleichen.

Er will mit Dir schlafen. Er will in Dich eindringen. Für Dich ist es das erste Mal. Du willst es auch. Aber Du hast Angst.

Der andere geht liebevoll mit Dir um, er nimmt Rücksicht, kennt die Spielregeln des Safer Sex mit Kondom, er hat Geduld, weil Du ihm gesagt hast, dass er der Erste ist. Er lässt Dir Zeit, Dich völlig zu entspannen. Nur so macht es euch beiden Spaß.

Er ist sanft, spielt mit seinem Finger an Deinem Loch, lässt ein bisschen Gleitmittel drauftropfen und gibt Dir wieder Zeit, Dich an das Gefühl zu gewöhnen. Kaltes Gel und warmer Finger. Dein Schließmuskel entspannt sich immer mehr. Dann sein Schwanz. Er stößt nicht zu wie ein Presslufthammer. Ganz langsam setzt er seine Eichel auf Dein Loch und deutet die Bewegungsrichtung an. Du hast noch alles in der Hand. Er kommt tiefer in Dich hinein – und plötzlich willst Du aufs Klo, obwohl Du heute schon dreimal warst. Doch das Gefühl trügt. Du musst nicht. Bleibt einfach ein bisschen in dieser Position; bald verschwindet der Drang und Du bist bereit, den Schwanz Deines Partners tiefer in Dich aufzunehmen. Der Rest ergibt sich von selbst. Meistens.

Reinfälle gehören auch zur Geschichte. Du bist verkrampft und der Traumprinz steht vor Deiner verschlossenen Hinter-Tür. Nimm´s hin. Mit dem übrigen Körper kann man auch schöne Sachen machen. Der Traumprinz mosert, weil Du Dein Loch nicht richtig pflegst. Sauberkeit ist Ehrensache (es sei denn, jemand steht auf Klopapierkügelchen in der Ritze).

Plötzlich passiert es: Aus Deinem Loch tönt es wie aus einem schlaffer werdenden Luftballon. Und Deine Nase verrät Dir: Du hast gepupst. Nur keine Panik. Das passiert jedem, der gefickt wird, irgendwann einmal – zweimal, dreimal. Vielleicht findet der andere es ja sogar anregend. Du kommst völlig unerwartet und viel zu früh zum Orgasmus. Beim Bumsen wird die Prostata immer wieder angestoßen und so stark gereizt, dass sie sich manchmal selbständig macht. Ärgere Dich nicht! Freu Dich lieber an Deiner Fontäne. So weit hast Du wahrscheinlich noch nie gespritzt!

Er nimmt Dich sanft. Du kriegst trotzdem starke Schmerzen, es brennt oder Du fängst an zu bluten. Die Ursache sind meist ganz banale, behandelbare Störungen (z.B. Entzündungen, Hämorrhoiden). Ein Besuch beim Arzt bringt Klarheit!

Oder: Du bist selber eher ein aktiver Typ, stehst auf Arschlecken (Rimming) und willst den anderen ficken.

So ein Arschloch ist auch bei bester Pflege nicht der Hoch-Sauberkeitstrakt von Silicon Valley. Rimming ist zwar für beide Partner eine unheimlich intensive Erfahrung, aber es kann (selten) vorkommen, dass man sich diverse Darmparasiten, Feigwarzen oder gar eine Hepatitis leckt. Eine vorbeugende Impfung gegen Hepatitis B ist immer gut und auch gegen Hepatitis A zu empfehlen! Das Risiko, sich mit HIV anzustecken, besteht nur, wenn der Partner leicht blutende Hämorrhoiden hat. Solltest Du mal den typischen Geschmack von Blut auf der Zunge spüren, empfiehlt es sich, auszuspucken und andere Körperregionen Deines Partners in Angriff zu nehmen.

Rasanter Analfick zeugt von echter Leidenschaft. Kompliment. Denk trotzdem immer ein bisschen an den anderen, wenn Du mit aller Wucht zustößt. Und: Denk an Deinen Schwanz. Manchmal flutscht er trotz aller Geschicklichkeit raus und Du donnerst mit dem steifen Ständer auf die knochige Kehrseite Deines Partners. Zum Safer Sex gehört das Kondom. Und das soll nicht als Erinnerungsstück im Hintern bleiben. Also beim Rausziehen das Festhalten nicht vergessen! Gleitmittel dürfen kein Fett enthalten (weil sie sonst das Kondom auffressen). Gönnt Euch eine Qualitätsschmiere und nehmt reichlich davon! Übrigens: Viele schwule Ratgeber listen die unterschiedlichsten Stellungen auf, in denen zwei Männer Analverkehr treiben können. Manches liest sich wie die Gebrauchsanleitung für Hochseilartisten. Mit ein bisschen Phantasie kommst Du mit Deinem Partner selber auf gewöhnliche und ungewöhnliche Positionen, ob sie nun Die Krabbe, Die Verbeugung, Die Schere oder Das Löffelchen heißen. Schreib uns, wenn Du wider Erwarten eine völlig neue Stellung entdeckst. Man lernt ja nie aus…

© Prollboss@gmx.net, 2003, 30. March

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